Die EXPO REAL gilt als der Treffpunkt für Architekten, Planer und Ingenieure aus der internationalen Immobilienbranche. In zahlreichen Veranstaltungen geht es unter anderem um die Frage, wie die Gebäude der Zukunft aussehen, wie sie geplant, gebaut und gestaltet werden. Wohnen, arbeiten und leben in einem: Mitte des 21. Jahrhunderts werden unsere Häuser den Prognosen nach multifunktional. Viele Gebäude sind inzwischen Selbstversorger, was Strom, Wärme und Trinkwasser betrifft. Doch wie geht die Entwicklung weiter? Wie werden Wohnhäuser, Geschäftsgebäude oder öffentliche Gebäude in 20, 30 Jahren aussehen und gestaltet sein? Diese Fragen stellten wir hochkarätigen Architekten auf der EXPO REAL. Darunter ist Prof. Arno Sighart Schmidt, er ist Präsident der Bundesarchitektenkammer. Seiner Meinung nach wird sich das Erscheinungsbild von Gebäuden in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Im Fokus stehen dabei Themen wie Energieeffizenz, Nachhaltigkeit und auch altersspezifisches Wohnen:
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Prof. Arno Sighart Schmidt,Präsident der Bundesarchitektenkammer; seiner Meinung nach darf die Ästhetik, die Schönheit der Gebäude dabei allerdings nicht hinten anstehen kann, es geht nicht um Verzicht, es geht darum, wie man aus dieser Situation heraus das Beste macht; das Spannungsfeld zwischen gebauter und natürlicher Umwelt wird sich auflösen müssen, wir müssen uns mit der gebauten Umwelt stärker auseinandersetzen; der Trend in der Stadt zu wohnen ist ungebrochen, das ist ja die eigentlich umweltverträglichsten Art zu Wohnen; das flache Land entleert sich, wie wir damit umgehen, ist die große Herausforderung; wir müssen der natürlichen Umwelt mehr Entwicklungsspielraum geben, wir müssen Städte wieder effektiver machen in Richtung Mobilität, Arbeiten und Wohlfühlen rundherum; da spielen viele Dinge eine Rolle, wie das Verhältnis von Familie, von Kleingruppen, Gesellschaft untereinander eine Rolle, aber sicherlich auch Technik eine Rolle, aber man sollte nicht blindlings auf Technik vertrauen; man muss hier die Balance finden (Länge 01:58 Min.)
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Für Prof. Schmidt kommt es also in der Zukunft vor allem darauf an, das Wohnen in der Stadt, das sogenannte verdichtete Wohnen attraktiver zu machen:
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Prof. Arno Sighart Schmidt,Präsident der Bundesarchitektenkammer; wir haben heute schon Beispiele, dass man in der Stadt wohnen kann und zwar mit einem direkten unmittelbaren Kontakt zur Natur; durch vertikale Begrünung, durch Dachbegrünung, die wir noch alle nicht ausgekundschaftet haben, wir müssen nicht Kontakt zu den Jahreszeiten verlieren, wenn wir in der verdichteten Stadt wohnen (Länge 00:27 Min.)
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Die Wohnhäuser der Zukunft, ob in der Stadt oder auf dem Land, werden nach den Vorstellungen von Prof. Sighart auf jeden Fall nicht dadurch glänzen, dass sie sich durch eine besonders auffällige Bauweise auszeichnen:
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Prof. Arno Sighart Schmidt,Präsident der Bundesarchitektenkammer; diese Art von Architektur ist Leuchtturmprojekten vorbehalten, aber die Häuser sind ästhetisch schön, sind umweltverträglich, produzieren ihre Energie selbst und haben ein großes Wohlfühlambiente, das nur der Mensch selbst schaffen kann (Länge 00:50 Min.)
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Ähnliche Visionen und Vorstellungen vom Bauen der Zukunft hat auch Prof. Werner Sobek, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen:
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Prof. Werner Sobek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen; Bauen und Wohnen in 30, 40 Jahren muss atemberaubend schön sein, es muss auch nachhaltig sein, ohne aufdringlich zu sein, es geht allerdings nicht um Entsagungsästhetik, es geht ums Wohlfühlen, es geht um die Lösung des Problems zwischen urbaner Dichte und Mobilität; es geht um das Problem, dass wir Häuser so bauen müssen, dass wir sie irgendwann wieder zurückführen können in den Materialkreislauf dieser Welt; es geht um die Reduktion von Emissionen und um den Energieverbrauch und zwar des Verbrauchs an fossilen Energieträgern (Länge 01:11 Min.)
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Bei der Architektur steht für Prof. Sobek vor allem die Ästhetik, die Wertigkeit eines Gebäudes im Vordergrund, die dem Betrachter vielleicht auf den ersten Blick verborgen bleibt:
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Prof. Werner Sobek,der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen; ich spreche von der nichtvisuellen Schönheit, man muss ein Haus auch erkennen, wenn man die Augen geschlossen hat, wenn man sich in einem Haus steht, spricht man von einem hohen Komfortniveau; man spricht viel zu wenig über z.B. Farben oder etwa den Ausblick; energiesparendes Bauen heißt eben nicht, dass wir in einem Styroporhäuschen mit kleinen Fenstern leben, sondern es soll auf intelligente Art solare Energie nutzen (Länge 01:19 Min.)
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Ähnlicher Ansicht wie Prof. Schmidt ist auch Prof. Sobek, dass sich das Wohnen der Zukunft vor allem auf den städtischen Bereich konzentrieren wird. Hier gilt es die kommenden Herausforderungen anzunehmen, so Sobek:
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Prof. Werner Sobek, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen; wir müssen versuchen, den individuellen Verkehr auf Gruppenverkehr umzustellen, wir sprechen mehr über Homeworking-Arbeitsplätze, wir müssen in der Bevölkerung auch Bewusstseinsänderungen schaffen, es kann nicht mehr das große und einzige Ziel sein, ein Häuschen im Grünen zu haben, sondern wir müssen die hohe Qualität des verdichteten Wohnens gutieren, wir müssen die Häuser entsprechend gestalten wir müssen es zu einer gesellschaftlich-erstrebenswerten Angelegenheit erklären (Länge 00:48 Min.)
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