Kompakt, energiearm und doch leistungsstark - das sind Eigenschaften, die Displays erfüllen sollten. Auf der electronica 2010 zeigen zahlreiche Aussteller die neuesten Produkte und Forschungen im Bereich von LEDs, OLEDs und AMOLEDs. OLED-Displays (englisch für organic light emitting diode) Ein OLED ist ein selbst leuchtendes, äußerst dünnes Bauelement aus organischen, halbleitenden Materialien. Aufgrund ihrer kompakten Baugröße eignen sich OLEDs für kleine, mobile Geräte wie MP3-Player, Handys, Notebooks oder Digitalkameras. Aber auch im Bereich der Fernsehtechnik und im Bereich von E-Signage wird dieser Technologie eine große Zukunft vorausgesagt. AMOLEDs (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) sind organische Leuchtdioden mit einer sogenannten Aktivmatrix, praktisch die Weiterentwicklung der OLEDs. AMOLEDs versprechen noch hellere Bilder, bessere Farben, schnellere Reaktionszeiten und gleichzeitig einen geringeren Stromverbrauch.
So zeigt beispielsweise Samsung auf der electronica 2010 neue LED-Large-Format-Displays mit einer Bildschirmgröße von 55 Zoll, die vor allem im Bereich von E-Signage, also dem elektronischen Plakat, eingesetzt werden sollen. Dazu Thomas Arenz, Leiter Marketing und Kommunikation bei Samsung Semiconductor Europe GmbH:
|
Thomas Arenz, Leiter Marketing und Kommunikation bei Samsung Semiconductor Europe GmbH: die Bildschirme sind 55 Zoll, sie haben eine Full HD-Auflösung; die Beleuchtung ist hinten, sie haben ein sehr klares Bild; sie sind vor allem für Semi-Outdoor-Beleuchtungen geeignet, wie zum Beispiel Shopping-Malls. Die sind oben offen, wenn von oben die Sonne reinscheint, will man trotzdem noch etwas sehen, da braucht man eine starke Beleuchtung; außerdem sind die Kristalle in den Displays auf den Dauerbetrieb ausgelegt (Länge 00:49 Min.)
|
Im Vergleich zu herkömmlichen Displays lässt sich mit derartigen Geräte bis zu 60 Prozent an Energie einsparen, so Arenz.
Nicht nur deshalb sagt Arenz derartigen großformatigen Displays im Bereich der E-Signage eine große Zukunft voraus. Vorreiter in diesem Bereich sind vor allem Länder in Asien:
|
Thomas Arenz, Leiter Marketing und Kommunikation bei Samsung Semiconductor Europe GmbH: wir sind in Europa noch nicht ganz so schnell wie zum Beispiel Länder in Asien. In Korea sind fast alle Bushaltestellen oder Bahnhöfe mit solchen digitalen Displays bestückt; das ist sicherlich interessant, was da in den nächsten drei bis vier Jahren auf uns zukommen wird (Länge 00:17 Min.)
|
OSRAM Opto Semiconductors zeigt auf der electronica 2010 zahlreiche Produkte, die Displays noch kundenfreundlicher machen sollen. Ein Beispiel hierfür ist ein kleiner Sensor, der das Umgebungslicht wie das menschliche Auge wahrnehmen kann. Derartige Sensoren werden unter anderem in Navigationsgeräten eingebaut, erklärt Bianca Schnabel vom Infrarot-Marketing bei OSRAM Opto Seminconductors:
|
Bianca Schnabel, Infrarot-Marketing bei OSRAM Semiconductors: diese Displays sind sehr hell, damit der Fahrer während der Fahrt nicht geblendet ist, sorgt der Sensor dafür, dass er das Displaylicht immer so anpasst, dass Fahrer nicht geblendet wird und dass das Display an das Umgebungslicht angepasst ist. Den Sensor kann man auch in Laptops einbauen; wenn ein Laptop bei dunklem Licht benutzt wird, dann braucht man keine so starke Display-Helligkeit wie bei sehr hellem Umgebungslicht. Das hat den Vorteil, dass hier sehr viel Energie gespart werden kann (Länge 00:33 Min.)
|
Sensorgen von OSRAM stecken aber nicht nur in Navigationsgeräten oder Laptops, sondern auch in Handys. OSRAM hat einen Sensor für Handys entwickelt, der zum einen das Display an die Umgebungshelligkeit anpassen kann. Zum anderen kann das Display dadurch auch ohne Berührung gesteuert werden:
|
Bianca Schnabel, Infrarot-Marketing bei OSRAM Semiconductors: Neuerdings haben viele Handys Touch-Screens; das Problem bei einem Anruf ist oft, dass man mit dem Ohrläppchen bzw. einem Ohrring verschiedene Anwendungen des Handys versehentlich öffnet. Damit das nicht passiert, wird im Handy ein Näherungssensor eingebaut, der merkt, das Handy geht zum Ohr und er deaktiviert automatisch alle Funktionen, die das Touch-Handy hat. Das Besondere ist, dass dieser Näherungssensor bis zu drei externe LEDS schalten kann; dadurch kann er auch verschiedene Gesten erkennen; z.B. eine Hand, die sich von rechts nach links bewegt. Das kann man z.B. für Spiele benutzen oder zum Durchblättern von Fotos, ohne dass man das Handy berühren muss (Länge 01:04 Min.)
|
Das Unternehmen Data Modul AG präsentiert auf der electronica 2010 verschiedene OLEDs. Unter anderem auch eines mit einer Größe von 14 cm - das bisher Größte auf dem Markt. Dazu Claus Vogt, Produkt-Manager Displaytechnik bei DATA MODUL:
|
Claus Vogt, Produkt-Manager Displaytechnik bei DATA MODUL: bei einem OLED hat man einen Kunststoff, legt eine Kathode und eine Anode an, gibt Strom dazu; dann leuchten nur die Segmente, die angezeigt werden sollen. Das hat den Vorteil, dass auch nur die Elemente, die leuchten, Strom verbrauchen. Außerdem geben OLEDs keine Wärme ab. Sie sind auch sehr flach, weil sie keine Hintergrundbeleuchtung brauchen. Außerdem hat man einen sehr guten Blickwinkel, man kann von der Seite draufschauen und man sieht die Anzeige immer noch sehr gut (Länge 00:49 Min.)
|
Diese großen OLEDs werden vor allem in medizinischen Überwachungsmonitoren eingesetzt, so Vogt.