Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen, können aber schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Die Rede ist von Feinstaub, also winzigen Teilchen in der Luft, die durch Dieselrußpartikel, Industrieemissionen, Straßenstaub entstehen. Feinstäube gelten als eines der drängendsten Probleme bei der Luftreinhaltung. Medizinischen Studien zufolge können sie Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Versagen und Lungenkrebs auslösen. Die winzigen Teilchen finden über die Atemwege und über das Blut ihren Weg direkt in viele Organe des Körpers, auch ins Herz. Dazu Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock:
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Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock: das Problem ist, dass sie weit in die Lungen eindringen können und in Lungenbläschen abgelagert werden können; dort können einzelne Partikel Verbindungen an die Zellwand bringen, das wirkt sich auf die Sterblichkeitsrate aus; man verliert je nach Belastung einige Monate bzw. Jahre; bei starken Rauchern können es sogar bis zu zehn Jahre sein, die inhalieren direkt Feinstäube. Aber einige Monate bis Jahre für einen völlig unbeteiligten Passanten sind eine Menge (Länge 00:40 Min.)
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Untersuchungen zum Thema Feinstaub gibt es seit Jahrzehnten. Eine der bekanntesten Messungen ist die anlässlich des „Killer-Smogs“ 1952, als aufgrund hoher Emissionen und der besonderen Wetterlage die Sterblichkeitsrate deutlich nach oben ging. Dass die Sensibilität für dieses Thema so deutlich zugenommen hat, hat Zimmermann zufolge folgende Gründe:
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Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock: die Gesamtbelastung hat abgenommen, früher hatten wir starke Effekte durch Kohleheizungen, allerdings waren dort stärker Partikel vertreten, die größer waren und nicht so weit in die Lunge hineinkamen; heute sind die Stäube sehr fein, die Luft ist transparenter geworden, aber von der tiefeinatembaren Fraktion hat sich nicht viel geändert (Länge 00:43 Min.)
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Zahlreiche Städte haben bereits reagiert und in ihren Innenbereichen Umweltzonen eingerichtet. Um mit ihren Autos in die Cities fahren zu dürfen, brauchen sie Umweltplaketten. Ziel ist es, die ganz großen „Stinker“ aus den Innenständen zu verbannen. Zimmermann zufolge sind diese Umweltzonen sinnvoll, aber er schränkt ein:
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Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock: die Umweltzonen sind sinnvoll und richtig, weil dadurch Dieselruß minimiert wird, das ist allerdings nur eine Teilmaßnahme ist, so nimmt zum Beispiel die Holzverbrennung zu, man muss alle Quellen minimieren, da wird noch viel zu tun sein (Länge 00:24 Min.)
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Ein Erfolg der Umweltzonen ist Zimmermann zufolge zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewiesen:
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Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock: das Problem ist , was wird gemessen, diese Werte, diese Überschreitungen hängen stark vom Wetter ab, in den letzten zwei Jahre hatten wir Glück; d.h. wir hatten weniger Überschreitungen, das sagt allerdings nichts über die Gesundheitsauswirkungen aus; wir haben dafür die falschen Parameter; natürlich ist es sinnvoll, Feinstaubkonzentrationen zu senken, man kann davon ausgehen, dass dann weniger Schadstoffe vertreten sind; bewiesen ist das aber nicht; wir müssen vor allem auf die ultrafeinen Partikel schauen, ob die vertreten sind im Feinstaubmix, es kann sein, dass wir in einigen Jahren wieder hohe Überschreitungen haben und dann werden andere Quellen verantwortlich sein (Länge 01:01 Min.)
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Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Lehrstuhl für Analytische Chemie der Universität Rostock: in zwei bis vier Jahren werden wir mehr wissen, wir wissen jetzt schon, dass sich die Partikelmasse um 10 Prozent reduziert haben, dann fallen wir unter Grenzwerte, die Grenzwerte müssen allerdings weiterentwickelt werden auf die tatsächlich gesundheitsrelevanten Parameter (Länge 00:30 Min.)
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Auf der analytica werden neueste Verfahren vorgestellt, wie direkt vor Ort und in kürzester Zeit Messungen der Luft durchgeführt werden können. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt Monet arbeitet an einem Vor-Ort-Detektor, der die Feinstaubbelastung in wenigen Minuten erfasst und sogar die chemische sowie die biologische Zusammensetzung ermittelt. Dazu Werner Konz vom Fraunhofer Institut Physikalische Messtechnik in Freiburg:
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Werner Konz vom Fraunhofer Institut Physikalische Messtechnik in Freiburg: da haben wir Instrument entwickelt, das in der Lage ist, Feinstaub zu analysieren und dessen Zusammensetzung, ob es Rußpartikel sind oder Reifenabrieb oder auch ob es sich um Pollen handelt; es gibt Messstationen, die Messergebnisse werden in Messstationen übertragen, die dann weitergegeben werden (Länge 00:39 Min.)
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Das neue Messverfahren wird seit Februar in Feldtests erprobt.
Mit einem anderen Forschungsfeld im Bereich Feinstaub beschäftigt sich Prof. Dr. Tunga Salthammer vom Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut WKI in Braunschweig. Er untersucht Feinstäube in Innenräumen – im Speziellen interessieren ihn Emissionen, die beispielsweise von Laser-Druckern ausgehen:
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Prof. Dr. Tunga Salthammer vom Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut WKI in Braunschweig: dabei rausgekommen ist, dass Laserdrucker Nanopartikel emittieren, in welcher Konzentration hängt vom jeweiligen Typ ab; im Gegensatz zur landläufigen Meinung emittieren Laserdrucker keine Toner-Partikel, es handelt sich um sekundäre Aerosole, die organischen Substanzen, die sich im Gerät befinden, die kondensieren und bilden entsprechende Partikel unter den entsprechenden Betriebsbedingungen (Länge 00:40 Min.)
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Dass Laser-Drucker Nanopartikel aussenden, steht zweifelsfrei fest. Ob diese Teilchen allerdings auch negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben können, ist noch kaum erforscht, so Salthammer:
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Prof. Dr. Tunga Salthammer vom Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut WKI in Braunschweig: über die Wirkung weiß man kaum etwas; man muss zunächst über die Zusammensetzung der Partikel forschen; man weiß, dass diese meist wasserunlöslich sind; sie werden eingeatmet und haben dadurch eine hohe Verweildauer in der Lunge und können dadurch auch eventuell durch die Membrane und Blutbahnen gelangen (Länge 00:38 Min.)
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